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Schläfrigkeit am Steuer
Drowsy Driving
Eine der wichtigsten unsichtbaren Ursachen von Verkehrsunfällen. Verringerte Wachheit beeinträchtigt Reflexe und Entscheidungsfähigkeit vergleichbar mit Alkohol - kann aber am Unfallort nicht gemessen werden.
Letzte Überarbeitung: 19.07.2026
| 19.07.2026 | OG-Bild im Stil der Serie neu gezeichnet |
Bis zu 30% der schweren Unfälle in den Abend- und Nachtstunden hängen mit Schläfrigkeit zusammen (Prof. Mauro Manconi, EOC).
Das Gehirn löst sich schrittweise von der Wachheit. Mikroschlafepisoden - von 1 bis 30 Sekunden - treten auf, ohne dass der Fahrer es bemerkt. Die Reaktionszeit verdoppelt sich. Das Spurhalten verschlechtert sich. Der Körper maskiert das Problem oft: Ein schläfriger Fahrer kann sich bis zum Moment des Zusammenbruchs funktionsfähig fühlen.
Anders als Alkohol hat Schläfrigkeit kein Messgerät. Sie hinterlässt keine messbaren Spuren am Unfallort. Ein Fahrer kann einschlafen, einen Unfall verursachen und ohne jede Erinnerung an das Ereignis aufwachen. Diese forensische Lücke ist eines der zentralen Probleme, die Drive Awake adressiert.
Der Fall Quinto (A2, 2016) ist das deutlichste Beispiel: Ein erfahrener Fahrer, dem seine Schlafapnoe unbekannt war, schlief am Steuer ein. Vier Menschenleben verloren. Er wurde freigesprochen. Kein Test hätte das Risiko vorhersagen können.